Von einer Handvoll Motorsport-Idealisten im Ansbacher Bad-Cafe zur festen Größe im ADAC Nordbayern — über 70 Jahre Vereinsgeschichte, erzählt von Anfang an.
Über 70 Jahre Motorsportclub Ansbach und mehr als 60 Jahre Mitgliedschaft im ADAC Nordbayern sind das Ergebnis einer Gruppe Motorsport-Idealisten, die sich im April 1952 zu einer Interessengemeinschaft „Motorsport“ zusammenschlossen.
Am 27. Juni 1952 war es dann soweit: Die Gründungsversammlung des MC Ansbach fand im Ansbacher Bad-Cafe statt. Zu diesem Zeitpunkt konnte der Club bereits 70 Mitglieder zählen. Die Ziele waren klar abgesteckt: Überwiegen sollten die sportlichen Aktivitäten — mit besonderem Wert auf der Weiterbildung der Kraftfahrer und vor allem auf der Jugendarbeit.
Im April schließen sich Motorsport-Idealisten zur Interessengemeinschaft „Motorsport“ zusammen, am 27. Juni folgt die Gründungsversammlung im Ansbacher Bad-Cafe — mit bereits 70 Mitgliedern.
Noch im Gründungsjahr besuchen tausende Zuschauer eine große Motorsportveranstaltung auf der Inselwiese mit Kraftradartistik, Geschicklichkeitsfahrten und Motorradfußball. Neben den Ansbacher Akteuren werden besonders die Mannschaften der Bayerischen Bereitschaftspolizei und des 1. Motorradfußballclubs Erlangen bejubelt.
Alle Bestrebungen des jungen Clubs richten sich darauf, in die große Familie des ADAC aufgenommen zu werden. Am 21. März 1953 stellt der damalige Geschäftsführer des Gaues Nordbayern, Herr König, fest, dass der Motorsportclub Ansbach seine „Feuertaufe“ bestanden habe — und vollzieht an diesem Tag die Überführung in den ADAC. Der 1. Vorsitzende Gerhard Conrad kann dem ADAC 98 neue Mitglieder zuführen.
Nur wenige Wochen später, am 9. und 10. Mai, richtet der MCA gemeinsam mit dem 1. Automobilclub die Gauhauptversammlung Nordbayern in Ansbach aus: über 1.000 Delegierte, ein Festabend in der Orangerie, prächtiges Feuerwerk. Die Motorsportveranstaltung des Vorjahres wird 1953 mit einer Industrieschau in der Rezathalle wiederholt — 20 Firmen, acht Ortsclubs zu Gast, und fast eine Stunde lang rollen mehr als 300 festlich geschmückte Wagen durch die Stadt.
seitdem: zweiter Ortsclub des ADAC in AnsbachIm Februar findet bei strahlend blauem Himmel auf den Rezatwiesen das erste Skijöring hinter Motorrädern in Mittelfranken statt — gemeinsam mit dem Ansbacher Skiclub, ein voller sportlicher Erfolg.
Am 27. Juni folgt das erste Seifenkisten-Rennen am Triesdorfer Berg. Rund 9.000 Besucher säumen die Strecke; die FLZ berichtet, die Atmosphäre habe „mit leuchtenden Transparenten, bunten Fahnen, Strohballen, fiebernden Fahrern und gespannten Zuschauern genau den großen Rennen“ entsprochen. Unter den Platzierten: der spätere Landtagsabgeordnete Klaus-Dieter Breitschwert mit einem beachtlichen 7. Platz unter über 50 Teilnehmern. Bis 1962 wird in Ansbach gefahren, 1963 in Leutershausen am Höllbuck — dann macht das Verkehrsaufkommen den Strecken ein Ende.
Und am 9. Oktober begeistert das 1. Ansbacher Moto-Cross auf dem Urlasgelände an die 10.000 Besucher — viele Spitzenfahrer haben zugesagt. Von nun an ist diese Sportart aus Ansbach nicht mehr wegzudenken: 1956, 1957, 1959 und 1960 folgen Rennen mit gleichbleibend hohen Zuschauerzahlen.
Nach zwei Jahren Zwangspause — das Urlasgelände steht aus militärischen Gründen nicht mehr zur Verfügung — wird eine neue Strecke auf der Pfadfinderwiese in Wasserzell entdeckt. Am 26. August erleben unzählige Zuschauer den Endlauf um die Deutsche Moto-Cross-Meisterschaft. Doch das Glück währt kurz: Kurz nach dem Rennen wird das Gelände aufgeforstet, das Moto-Cross muss ruhen.
Der MCA betritt sportliches Neuland und organisiert das 1. Frankenberg-Rennen. Von 1968 bis 1973 werden bei Ansbach und in der Hopfenstadt Spalt Bergrennen für Autos und Motorräder auf einer 2,5 km langen Strecke ausgerichtet. Zahlreiche bekannte Rennfahrer — unter ihnen der viermalige deutsche Bergmeister Sepp Greger — bescheren den Zuschauern spannende Rennen.
1973 feiert der Club im Rahmen einer Festveranstaltung 20 Jahre ADAC-Mitgliedschaft und 21 Jahre Bestehen. Gründungsmitglied Edgar Schindler gibt einen detaillierten Rückblick auf die Clubgeschichte.
1975 startet ein Kartrennen in Dietenhofen als Pilotprojekt. 1976 stimmt die Bundesvermögensverwaltung der Nutzung des Urlasgeländes wieder zu — bis 1980 wehen dort die ADAC-Flaggen über den Cross-Veranstaltungen.
Dann entdeckt der damalige Sportleiter Bernd Treiber nahe Erlbach bei Leutershausen ein neues, geeignetes Gelände. Es wird gepachtet und eine anspruchsvolle Motocross-Piste eingebaut. Bis heute werden dort die jährlichen Rennen — auch Meisterschaftsläufe — ausgetragen. Die Strecke steht fast das ganze Jahr an allen Werktagen für den Trainingsbetrieb zur Verfügung; selbst Industrie und Spitzenfahrer aus der ganzen Welt nutzen sie als ideale Teststrecke.
unsere Heimstrecke — bis heute! →Am 28. Oktober 1978 feiert der Club im festlich geschmückten, noch alten Onoldiasaal seinen 25. Geburtstag — nach dem offiziellen Teil mit Ehrungen wird bis in den frühen Morgen das Tanzbein geschwungen. Das 30-jährige Jubiläum folgt am 3. Juli 1982 im Distlersaal in Eyb, mit zahlreichen Ehrungen für langjährige Mitgliedschaft, kaltem Buffet und Tanz.
1984 gibt der langjährige Vorsitzende Gerhard Conrad sein Amt an Fritz Klein ab. Dessen Initiative ist es zu verdanken, dass an der Rennstrecke ein Haus mitsamt Versorgungsanlagen für Strom, Wasser und Heizung entsteht. Die Clubmitglieder tragen mit über 4.000 Stunden Eigenleistung zum Gelingen bei.
1988 ist der Bau fertiggestellt; im Frühjahr 1989 wird „unser Häusle“ offiziell eingeweiht und seiner Bestimmung als Clubheim, Begegnungsstätte und Schulungszentrum übergeben.

Nach 30 Jahren Pause richtet der MCA gemeinsam mit der Stadt Ansbach und dem 1. AC Ansbach wieder ein Seifenkisten-Rennen aus. Firmen, Schulen und rennbegeisterte Eltern bauen superschnelle Kisten mit modernster Technik — die Strecke am alten Triesdorfer Berg erweist sich als die schnellste Deutschlands. Unzählige Zuschauer, strahlend blauer Himmel, sogar das Fernsehen ist da. MdL Klaus-Dieter Breitschwert liefert sich ein Kopf-an-Kopf-Rennen mit OB Ralf Felber.
Vom Gewinn der Veranstaltung wird der Hilfsfond „Kinder in Not“ gegründet, für den sich die Stadt Ansbach federführend zeichnet. Der MCA unterstützt den Fond noch heute — mit einem jährlichen Benefiz-Kartrennen.
Am 6. November 1993 wird außerdem das 40-jährige Jubiläum in der Ansbacher Orangerie gefeiert, mit zahlreichen Ehrungen für langjährige ADAC-Mitgliedschaft.
Im Herbst 1994 entsteht die Kart-Gruppe des MCA; seit 1995 wird jährlich ein eigener Jugendkart-Slalom-Wettbewerb ausgetragen. Dank der vielen Kinder und Jugendlichen, der Eltern und unserer Fachübungsleiter entwickelt sich die Kartgruppe zur erfolgreichsten westmittelfränkischen Kartgemeinschaft. 2003 darf der MCA aufgrund seiner vorbildlichen organisatorischen Leistungen die Bayerische Meisterschaft ausrichten.
Seit 1997 wird auf dem clubeigenen Gelände nicht nur mit zwei Rädern gefahren: Offroad-Sicherheitstrainings und große Geländewagen-Events namhafter Hersteller wie Nissan, Opel oder Chrysler entwickeln sich zum zweiten Standbein des Vereins. 1998 kommt auf Anregung des Bezirks Mittelfranken eine Partnerschaft mit einem französischen Moto-Cross-Verein dazu.

Am 1. April 2000 gibt Fritz Klein — heute Ehrenvorsitzender — nach 16 Jahren das Amt des 1. Vorsitzenden an Gerhard Rosenhauer ab. Unter seiner Initiative wird das Moto-Cross-Gelände mit starker finanzieller Unterstützung des ADAC und viel Eigenleistung modernisiert und technisch umgebaut: Anfahrtswege aufwändig überarbeitet, Zäune erneuert, Streckenabschnitte entwässert, Drainagen verlegt — und vieles mehr.
Seit 2003 ist der MCA auch „drin“: Die Vereins-Homepage wird erstellt und dank Webmaster Thomas Treiber stets aktuell gehalten. 2012 übernimmt der Schrozberger Michael Schilpp die Geschicke des Vereins.
Am 16. April 2016 übernimmt der Merkendorfer Michael Fenzl den Vorsitz, führt den Verein zurück in die schwarzen Zahlen und holt Genehmigungen für bereits begonnene Projekte ein. Unter seiner Initiative entstehen auf dem Moto-Cross-Gelände die lange geplante Bewässerungsanlage samt Tiefbrunnen, ein neues Aggregat mit vergrößertem Technikraum sowie Geräteschuppen und zwei Lagercontainer mit Überdachung.
Die Vier-Rad-Sparte wächst: weitere Karts werden angeschafft, dazu ein Auto für den Youngster-Slalom — und die Trainings-Infrastruktur wird erweitert. 2020 und 2021 lenkt er den Verein sicher durch die Corona-Pandemie, sodass der MCA weiter wachsen kann.
und die Geschichte geht weiter …All das war nur möglich durch den Idealismus und den selbstlosen Einsatz unserer Mitglieder. Ein besonderer Dank all denen, die immer dabei waren.
Ob aktiver Fahrer, Nachwuchstalent ab 6 Jahren oder helfende Hand am Renntag — der MC Ansbach freut sich auf dich. Schreib uns, wir melden uns schnellstmöglich zurück.